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Projekte

Die neue Katzenstation kann bezogen werden

Es ist Frühling, die ersten Katzenkinder und trächtigen Muttertiere werden ins Déierenasyl gebracht. Was anfangs noch schön und herzerwärmend ist, wird aber schon bald zur Belastungsprobe für das Tierheim. Quarantäneplätze bleiben über Wochen belegt, viele Tiere sind krank oder wild, schnell kommen räumliche Kapazitäten und Mitarbeiter an ihre Grenzen.

Viele Kitten haben entzündete Augen, sind von Flöhen und Würmern befallen, manche haben Giardien oder sind am Parvovirus erkrankt. Strenge Hygienemaßnahmen sind unabdingbar. Erst wenn die Kitten acht Wochen alt sind, können sie geimpft, gechippt und vermittelt werden – immer vorausgesetzt, dass sie gesund sind.

Bisher standen zur Versorgung aller Neuankömmlinge zehn Quarantäneboxen zur Verfügung, was im Sommer, wenn die meisten Kitten ins Tierheim kommen, viel zu wenig ist, denn der Platz fehlt dann für abgegebene oder gefundene erwachsene Katzen. Auch ist das Infektionsrisiko trotz aller Vorsichtsmaßnahmen für Katzenbabies sehr hoch.

Von der Idee zum Plan

Nach einer Bedarfsanalyse wurde jetzt der Architekt einbezogen, der gleiche, der bereits am Bau des Tierheims 2012 mitgearbeitet hat, um die bestmögliche Aufteilung und den optimalen Ort dafür zu finden. Bald war klar, der Anbau kommt auf das Dach, zwischen den Katzenhäusern und den Büros der Tierschutzliga.

Im Rahmen des 10-jährigen Jubiläums des neu gebauten Tierheims im Frühjahr 2022 wurden bei einer Spendengala viele Menschen sowie die Fondation Schmit-Dambach, auf das Projekt aufmerksam, und sicherten Hilfsgelder zu. Mit einer solch großen Unterstützung hatte niemand gerechnet. Infolge der nun zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel konnten die Pläne etwas erweitert werden. Bis dahin waren zehn Boxen, identisch mit denen in der Quarantäne, sieben große Boxen für Familien, eine Waschküche/Lager und eine Futterküche vorgesehen. Jetzt konnte das Projekt noch um einen Behandlungsraum für den Tierarzt erweitert werden. Alle dringend benötigten Medikamente, Impfstoffe und medizinisches Verbrauchsmaterial wären dann in unmittelbarer Reichweite.

Unverhofft kommt oft

Um überhaupt einen neuen Gebäudeteil errichten zu können, musste das Dach erst verstärkt werden. Dafür musste das Büro des Tierheims im Frühjahr für einige Wochen in einen Container ziehen. Das war etwas abenteuerlich, besonders wenn Kunden und Mitarbeiter dorthin über den Hof laufen mussten, bei Regen oder Glätte. Aber letzten Endes hat alles irgendwie geklappt, neue Streben waren eingezogen, die Deckenverkleidung wieder befestigt und alles ging seinen gewohnten Gang.

Im Sommer wurden auch die maßgefertigten Holzständerelemente mit einem LKW geliefert und warteten auf den Kran für die Montage. In dieser Zeit musste die Belegschaft häufig umparken, immer wieder kam ein Gefährt nicht um die Kurve. Dann rannten alle nach draußen und versuchten noch ein Plätzchen zu finden.

Soweit noch alles gut. Aber dann schlug der Wettergott zu – just in dem Moment, als der Kran vor der Tür stand und das erste Element bereits über die Brüstung gehoben hatte. An dem Tag war es stockdunkel und es regnete so heftig, dass die Aktion abgebrochen werden musste. Leider sollte der Dauerregen von da an über Monate nicht mehr aufhören. Und dann kam der Frost, der wurde von weiterem Dauerregen abgelöst. Und dann tropfte es durch das Dach.

Endlich ging es los

In der Wartezeit wurden die Türdurchbrüche gemacht – Staub und Lärm überall trotz provisorischer Zwischentüren. Interessenten für Katzen mussten teilweise durch den Bauschutt und dicke Staubwolken um ins Katzenhaus zu gelangen, während direkt daneben ein Durchgang in die Wand geschlagen wurde. Und da man schon dabei war, wurde die Gelegenheit genutzt, um im oberen Katzenraum ein Fenster einzubauen. Aber keine Sorge, alle Tiere wurden während dieser Zeit in saubere und ruhige Räume gebracht.

Aber dann endlich! Es hörte auf zu regnen, die Sonne kam und mit ihr der Kran. Die Außenwände und das Dach waren fix aufgestellt, die Innenwände kamen danach.

Viel Lärm für die gute Sache

Es wurde gefliest, die Elektrik wurde installiert, das Dach wurde etwas verändert. Es wurde gesägt, getrennt, gehämmert. Es knallte und krachte und der Boden zitterte. Handwerker liefen treppauf und treppab, riefen sich Anweisungen zu, ein Treiben wie in einem Ameisenhaufen. Ständig gab es Fragen zu klären, Herausforderungen zu meistern und Entscheidungen zu treffen.

Einfache Dinge, wie die Position des Abflusses in den Boxen, die vorher niemand hinterfragt hatte, waren Gegenstand von Diskussionen. Die Mitarbeiter der Katzenabteilung wurden mit Fragen bombardiert, ständig wurde in den bestehenden Räumlichkeiten etwas nachgeschaut, vermessen, diskutiert, ganze Herscharen an Handwerkern waren im Haus, oft mehrere Gewerke gleichzeitig. Und obwohl der meiste Staub von den Durchbrüchen in den neuen Gebäudeteil bereits entfernt war, gab es ständig was zu putzen, Staub weiterhin überall.

 

Die Vorfreude steigt

Im Sommer 2024 war der Fortschritt auf der Baustelle nicht mehr zu übersehen und bei den Mitarbeitern stieg die Vorfreude auf die neuen Räume. Besonders, weil es in diesem Jahr sehr viele Katzenbabies gab und die alten Räumlichkeiten weit über dem Limit belegt waren – und das über Monate hinweg.

Letzte Entscheidungen für das Feintuning standen noch an – an welche Stelle genau soll die Waschmaschine und der Trockner? Spüle links oder rechts? Der Fragenkatalog war riesig.

Im September wurden auch die Türen montiert und bis auf den noch rohen Betonfußboden war es fast schon wohnlich. Aber es blieb noch genug Arbeit. Die Abflüsse im Boden fehlten noch, die Wände waren noch unverputzt und der Elektroschrank mit allen Schaltern fehlte auch noch. Lediglich das Tierarztzimmer sah schon fertig aus, es fehlten nur noch die Möbel. Und der ganze Außenbereich inklusive Fassade war noch roh.

Im Dezember konnte man aber schon sehen, wie es wird. Die Fliesen waren gelegt, der Anstrich gemacht, die Elektrik funktionierte auch schon. Kühlschränke, Waschmaschinen und Trockner wurden geliefert und angeschlossen. Was braucht man noch an Material? Körbe, Decken und Näpfe, Handfeger, Abzieher, Kotschaufeln, alles musste jetzt bestellt werden.

 

Einräumen für die neuen Gäste

Nach einer schier endlosen Wartezeit ist es endlich geschafft! Alle Fliesen verlegt, alle Wasseanschlüsse parat, Schlauchanlage, Waschmaschine und Trockner in Startposition, Elektrik komplett, Tierarztzimmer eingeräumt, Regale aufgestellt. Noch überall gründlich putzen, Böden, Türen, Wände und Fenster, dann alles einräumen.

Decken, Kissen, Näpfe, Futter, Streu, Spielsachen, und Körbe – alles musste noch seinen Platz finden. Die Belegschaft der Katzenabteilung war glücklich und ging mit Elan ans Werk. Die Boxen wurden mit viel Liebe eingerichtet und warteten nun auf ihre Gäste.

Viel Schlepperei und einige Korrekturen später waren alle zufrieden. Und wie bei einer Geburt waren die Mühen schnell vergessen.

Und endlich konnten die ersten Familien aus der Quarantäne in die neuen Räumlichkeiten einziehen. Das war wohl für die Mannschaft der Katzenabteilung der schönste Teil.

Die Wege zur Inhouse-Tierklinik, das Lager und die Wasch- und Futterküche sind kurz, alles Benötigte ist zur Hand und endlich haben Katzenfamilien den Platz, den sie brauchen. Jetzt haben die Katzenkinder im Déierenasyl endlich mehr Freiraum für eine gute Entwicklung und zugleich mehr Spaß beim Toben und spielen.

Ein großer Dank geht an alle Spender und Unterstützer, die dieses wunderbarer Projekt möglich gemacht haben. Ein ganz besonderer Dank geht an die Fondation Schmit-Dambach für die große Zuwendung.

2022: Neue Katzenstation für Mütter und Kitten In Planung

Seit im September 2012 das neue Tierheim in Gasperich seine Türen geöffnet hat, haben wir über 4.000 Katzen aufgenommen. Für alle Neuankömmlinge stehen bisher zehn Quarantäneboxen und acht kleine, mobile Boxen zur Verfügung, was natürlich im Sommer, wenn Katzen Nachwuchs bekommen, viel zu wenig ist. Denn trächtige Tiere, oder kleine Babys müssen einige Wochen oder Monate dort bleiben, bis sie gechippt und geimpft sind und letztendlich vermittelt werden können.

Auch ist das Infektionsrisiko trotz aller Vorsichtsmaßnahmen in den beengten Räumlichkeiten immer recht hoch und der Platz fehlt für gefundene und abgegebene Katzen.

Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, eine eigene Station für Mütter mit Kitten und verwaiste Babys anzubauen. In Planung ist ein Anbau auf dem Dach zwischen den Katzenhäusern und den Büros der Tierschutzliga, direkt oberhalb der vorhandenen Quarantänestation. Wie im unteren Teil soll es zehn Boxen plus sieben größere Räume für unsere Katzenfamilien geben. Außerdem soll es dazu ein Lager, eine Futter- und Waschküche geben.

So können wir den grösstmöglichen Schutz vor Krankheiten für unsere Katzenbabys gewährleisten, durch die verbesserten Platzverhältnisse mehr Freiraum in ihrer Entwicklung bieten und mehr Spaß beim Toben und Spielen.

Déierenasyl

6, boulevard de Kockelscheuer
L-1821 Luxembourg

Tel: +352 48 13 13-1
Fax: +352 48 13 13-48
Mail: info@deierenasyl.lu

Von Montags bis Freitags von 13.00 bis 16.30 Uhr geöffnet.

Samstags von 12.30 bis 16.00 Uhr.

Adoptionen bis 45 min vor Ende der Öffnungszeiten.

Sonntags und an Feiertagen geschlossen.

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